Ich liebe dir
Monolog von Dirk Laucke · Uraufführung
Als Papa Maik endlich regelmäßig Besuch von seinem 12-jährigen Sohn erhält, ist er entsetzt, denn schnell entdeckt er: Sein Kind hat Angst vor Ostdeutschland! Offensichtlich muss Maik ein paar Dinge richtigstellen, die der schweigsame Junge durch Medien und seine radikale Mutter Sabrina verzerrt erfahren haben muss. Doch das ist gar nicht so einfach, denn im Vergleich zu seiner Ex entspricht Maik nicht nur dem Namen nach dem laufenden Klischee eines ›Ostlers‹, hält er sich doch als Bauhelfer gerademal über Wasser, ist alleinstehend, Fußballfan von Eisern Union und trinkt Bier (aber nicht ganztags). Er regt sich über Politik und Wirtschaft auf und hat eine nicht unmaßgebliche, sehr eigene Meinung zu all den Themen, die täglich durch das ›Fulljeton‹ gejagt werden: Ökologie, Einwanderung, Klassenkampf, politische Korrektheit, Vereinzelung in der digital vernetzten Welt, Herkunft Ost und selbstverständlich Fußball. Damit Maik als ambitioniertem Wochenendvater sein Sohn nicht ganz abhanden kommt, erklärt er ihm die Welt, und zwar so, wie er sie wahrnimmt.
Dirk Laucke erschafft mit Papa Maik einen Antihelden, der seinem Publikum einen Perspektivwechsel abverlangt. Und der bei allem Ärger darüber, wie die Welt eingerichtet scheint, niemals den Humor verliert – und die feste Überzeugung, dass eben diese Welt geändert werden muss.
ℹ️ Ein Beitrag über die »Königsdiziplin Monolog« von Beate Seidel (Chefdramaturgin) erschien in unserem Theater- und Konzertmagazin »SCHAUPLATZ« (September bis November 2020), welches kostenlos in unserem Theater mitgenommen oder hier als PDF heruntergeladen werden kann.
Papa Maik: Krunoslav Šebrek
Szenische Einrichtung: Beate Seidel
Raum: Oliver Helf
Ausstattung: Marie-Christin Riedel
Spielort: Studiobühne
Dauer: 1 Std. 0 Min.
Premiere: 28. Oktober 2020