Macbeth
William Shakespeare in der Übersetzung von Heiner Müller
Wer etwas darüber erfahren will, wie Macht funktioniert, wie man sie erobert und was es kostet, sie zu erhalten, findet in Shakespeares »Macbeth« das nach wie vor aktuelle Lehrstück dazu.
Wie wird man zum Beispiel König, fragt sich der Titelheld Macbeth. Indem man denjenigen, der den Thron besetzt hält, beiseite räumt, lautet die eindeutige Antwort. Und so spinnt er mit seiner Gattin einen finsteren Mordplan.
Er tut dies im Vertrauen auf eine dunkle Prophezeiung ›unheimlicher Schwestern‹, Hexen, die in ihm seine geheimen, noch unausgesprochenen Wünsche nach Ruhm und Macht wachrufen. Angestachelt vom Ehrgeiz, herausgefordert von seiner Lady und gequält von neurotischen Verlustängsten um den einmal erworbenen Thron, entwickelt sich der Krieger Macbeth zum Serienmörder, der beseitigt, wer ihm im Wege steht. Und das ist ausnahmslos jeder, der sein Treiben befragt – am Ende die ganze Welt. »… ich ging ins Blut/so tief hinein, dass schwerer war zurückzugehn/statt weiterwaten und es durchzustehn«, resümiert Macbeth im dritten Akt und beschreibt damit das Dilemma seines Tuns. Der erste Mord am schlafenden König »tötet den Schlaf«: Die Natur ist verletzt, ihre Ordnung unwiederbringlich aufgelöst.
Christian Weise verlegt die Tragödie um Willkürherrschaft, Machtmissbrauch und Umsturz in ein fiktives ›Weimarer Haus‹, dessen Optik von der Künstlerin Julia Oschatz nicht nur entworfen, sondern auch mit dem Pinsel selbst erschaffen wurde. In diesem fiktiven Haus häufen und überlagern sich jahrhundertealter Glanz und Elend dieser Stadt und damit deutscher Geschichte. Christian Weise erzählt darin den Shakespearschen Albtraum als opulente Farce.
Neben den Mitgliedern des Schauspielensembles agieren in den Hauptrollen Corinna Harfouch und Susanne Wolff.
Mit einem Bläserquintett der Staatskapelle Weimar
Eine Koproduktion mit dem Kunstfest Weimar
Macbeth / Lady Macbeth: Corinna Harfouch / Susanne Wolff
Duncan: Bernd Lange
Banquo: Oscar Olivo
Macduff: Krunoslav Šebrek
Malcolm: Thomas Kramer
Musiker: Jens Dohle / Steffen Illner
Regie: Christian Weise
Bühne / Video: Julia Oschatz
Kostüme: Lane Schäfer
Musik: Jens Dohle
Video-Support: Bahadir Hamdemir
Dramaturgie: Beate Seidel
Spielort: Großes Haus
Dauer: 2 Std. 0 Min.
Premiere: 18. August 2018
Altersempfehlung: ab 15 Jahren