Berlin. Die Sinfonie der Großstadt
Stummfilm mit Live-Musik, gespielt von der Staatskapelle Weimar
Bewegtes Wasser verwandelt sich in abstrakte Wellenlinien, die zu Bahngleisen mutieren. Ein Zug fährt durch eine frühmorgendliche Landschaft. Neben dem Bahndamm tauchen Wohnhäuser und Fabriken auf; Häuserschluchten, Signalanlagen. Wir tauchen ein in die Großstadt: die Maschine, die früh am Morgen angeworfen und spät nach Mitternacht abgestellt wird und deren Rhythmus die Menschen bestimmt. Es entsteht ein beinahe mythisches Bild von Berlin als Symbol der Moderne: Luxus, Lichtreklame, Straßenverkehr, Prostitution, Tanz, Varieté, Berg- und Talfahrt auf dem Rummelplatz.
»Berlin. Die Sinfonie der Großstadt«, ein Film, der ohne Schauspieler: innen auskommt, war zur Zeit seiner Uraufführung vor genau 100 Jahren ein revolutionäres, avantgardistisches Experiment. Heute gilt der virtuos geschnittene Stummfilm als ein Klassiker der Kinogeschichte, geprägt von der Faszination am rasanten Tempo des Lebens in der Metropole. Die 2015/16 neu komponierte Musik von Tobias PM Schneid stellt den bewegten Bildern eine vergleichbar dichte, extrem ausdrucksstarke Musik zur Seite.
TIPP >> Das Berlin der 1920er-Jahre hat unzählige Literat:innen zu Romanen inspiriert. Neben Volker Kutschers »Babylon Berlin« empfehlen wir als Lektüre zum Film natürlich vor allem den ›Klassiker‹: Döblins »Berlin Alexanderplatz« (1929). Und wer Neues entdecken will, liest Joseph Roths »Das Spinnennetz« (1923) – Parallelen zum Heute nicht ausgeschlossen …
Donnerstag // 17. Juni 2027 // 19.30 Uhr // Großes Haus
Filmkonzert
Stummfilm mit Live-Musik
Regie: Walter Ruttmann
Deutschland 1927
Musik: Tobias PM Schneid (2015/16)
Dirigent: Frank Strobel
Spielort: Großes Haus
In Zusammenarbeit mit
