Grenzgänge
In dieser Matinee begegnen sich zwei wegweisende Kammermusikwerke, die musikalische wie auch historische Übergänge markieren. Beethovens op. 95 sprengt in seiner konzentrierten Form und mit scharfen Kontrasten die Erwartungen an das klassische Streichquartett jener Zeit. Betitelt als »Quartetto serioso« wirkt es mit seiner kompromisslosen Tonsprache weit in die Moderne voraus.
Auch Schostakowitschs Klavierquintett g-Moll changiert zwischen verschiedenen Welten, indem es traditionsreiche Formen wie Fuge und Choral mit der klaren, oft doppelbödigen Tonsprache des 20. Jahrhunderts verbindet. Entstanden in einer politisch heiklen Zeit, balanciert das Werk zwischen Tradition und Neuerung, zwischen persönlicher Aussage und formaler Ordnung, zwischen Intimität und dramatischer Zuspitzung – stets getragen von dem Wunsch, sich als Künstler individuell ausdrücken zu dürfen.
Sonntag // 17. Januar 2027 // 11.00 Uhr // Foyer
Kammermusik-Matinee der Staatskapelle Weimar
Ludwig van Beethoven: Streichquartett f-Moll op. 95 (»Quartetto serioso«)
Dmitri Schostakowitsch: Klavierquintett g-Moll op. 57
Klavier: Alexandra Kasatkina
Violinen: Elizaveta Leonova / Diana Kostadinova
Viola: Fiona Buhr
Violoncello: Lukas Dihle
Spielort: Foyer