Martina Mikelić
Die Altistin Martina Mikelić wurde in Split (Kroatien) geboren. Sie studierte Gesang in der Klasse von Prof. Gerhard Kahry an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien (MDW) und hat ihr Magisterstudium (Studienzweig Lied und Oratorium) in der Klasse von Univ.-Prof. Robert Holl abgeschlossen.
Ihre ausgezeichnete Bühnenpräsenz und die außergewöhnliche Farbigkeit ihrer Altstimme wurden schon im Verlauf ihres Studiums anerkannt. So wurde sie von der MDW als Künstlerin des Monats sowie als eines von zehn herausragenden Talenten aller österreichischen Kunst-Universitäten ausgewählt. Das Radiomagazin Intrada (Ö1/ORF) widmete ihr ein Porträt. Beim Österreichischen Musiktheater-Preis war Martina Mikelić zweimal nominiert: 2013 für den besten Nachwuchs (Page in »Salome«) und 2015 für die beste weibliche Nebenrolle (Florence Pike in »Albert Herring«).
Zukünftige Engagements umfassen u.a. Mahlers 2. Sinfonie in Madrid, Rusalka am Kroatischen Nationaltheater Zagreb, Verdis »Requiem« in Stephansdom und Suor Angelica an der Niederlanden Reiseoper. 2024 kehrte Martina Mikelić an die Staatsoper Stuttgart zurück und glänzte in ihrer Debuutrolle als Hexe in »Hänsel und Gretel«. Es folgte ein sehr erfolgreiches Debut in ihrer Heimatstadt Split mit der anspruchsvollen Hauptrolle in der Gotovac-Oper »Mila Gojsalić« am Kroatischen Nationaltheater in Split. Das dritte Debut im selben Jahr erfolgte in Salzburg, wo Martina Mikelić mit großem Erfolg sowohl die Rolle der Gertrud als auch die Hexe (»Hänsel und Gretel«) in Thomas Mikas‘ einzigartiger szenischer Umsetzung sang.
Das Debut an der Staatsoper Stuttgart und im Konzerthaus Vatroslav Lisinski Zagreb markierten das Jahr 2023. Dort hatte sie die Ehre, gemeinsam mit der Pianistin Martina Filjak und mit dem Kroatischen Rundfunk-Sinfonieorchester, unter der Leitung von Pascal Rophe beim ersten Dora Pejačević Festival zum Gedenken an den 100. Geburtstag der Komponistin teilzunehmen. Das Konzert wurde sowohl im Fernsehen als auch im Radio übertragen.
2022 sang sie ihr Schweizer Debuut mit einer berührend intensiven Jocasta (»Ödipus Rex«). 2021 debütierte sie sowohl in Madrid als auch in Saragossa Auditorium mit der Partie Carmen und mit dem Verdi-»Requiem«. Weitere zentrale Konzertwerke waren Mahlers »Lied von der Erde« (2020), die Altpartie in Händels »Messias« (2018, Amsterdam) und Schumanns »Das Paradies und die Peri« (2017 unter Daniele Gatti an der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom).
Martina Mikelić sang Orlofsky in der »Fledermaus« (Tokio und Moskau 2016), »Carmen« (Komische Oper Berlin 2015), Beethovens 9. Sinfonie (2014 unter Christian Thielemann an der Wiener Staatsoper) und Wagners »Wesendonck Lieder« (Wiener Musikverein 2014). In »Elektra« debütierte sie 2011 an der Wiener Staatsoper; die Altpartie in Mendelssohns »Elias« sang sie ebenfalls 2011 am Konzerthaus Wien. Bei den Salzburger Festspielen war sie 2010 als Zweite Magd in »Elektra« (unter Daniele Gatti) sowie 2011 in »Die Frau ohne Schatten« (unter Christian Thielemann) zu hören. 2010 sang sie zudem Mahlers 2. Sinfonie im Rahmen der Wiener Festwochen sowie Mozarts »Krönungsmesse« unter Franz Welser-Möst.
Martina Mikelić wurde bereits im Alter von 23 als festes Mitglied der Volksoper Wien engagiert. Sie debütierte dort 2009 als Dritte Dame in der »Zauberflöte« und singt dort seitdem viele großartige Rollen, u.a. Carmen, Hippolyta in »The Midsummer Night's Dream«, Orlofsky in »Die Fledermaus«, Magdalena in »Der Evangelimann«, Jezibaba in »Rusalka«, Zita in »Gianni Schicchi«, Maddalena in »Rigoletto«, Page in »Salome«, Florence Pike in »Albert Herring«, Afra in »La Wally«, die Stimme der Mutter in »Les contes d'Hoffmann«, den Alt in Berlioz‘ »Roméo et Juliette«, Die Botin in »Das Wunder der Heliane« und Mary in »Der fliegende Holländer«.
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