[Ur]Faust
Schauspiel von Johann Wolfgang Goethe
Einen ersten Entwurf des »Faust« bringt der junge Goethe 1775 mit nach Weimar. »Der Tragödie erster Teil« erscheint vollständig erst 1808. Heinrich Faust ist auch hier der gequälte Wissenschaftler, der trotz aller irdischer Gelehrtheit nicht erfassen kann, »was die Welt im Innersten zusammenhält«. In seiner Verzweiflung beschwört er den Erdgeist, um die Schranken seines Verstandes durch die Gefühlskraft des Herzens zu durchbrechen. Doch Faust muss die Begrenztheit menschlichen Verstehens erkennen. Rastlos wirft er sich in die Welt, glaubt in der jungen Margarethe naturnahe Reinheit zu entdecken und verfällt dem Mädchen. Mephisto begleitet Faust, ist Strippenzieher und Kuppler. Doch es geht Faust bis zum Ende auch in der Liebe nur um die Überwindung seines Selbsts. Gretchen zerbricht letztlich daran, sie tötet das gemeinsame Kind und landet dafür im Kerker.
Die Spielfassung wurde im Vergleich zum Urfaust-Fragment angepasst; einige Segmente aus dem späteren ersten Teil der Tragödie wurden eingefügt. Insgesamt bleibt die Konzentration auf die Gretchentragödie bestehen. Im Mittelpunkt steht die tragische Liebesgeschichte eines jungen Intellektuellen, der an sich selbst verzweifelt, und eines noch deutlich jüngeren, (im philosophischen Sinne) unaufgeklärten katholischen Mädchens, in dem Faust jene Reinheit und Berührbarkeit entdeckt, die ihn aus seiner Lebenskrise herausführen soll.
Regisseur Tobias Wellemeyer untersucht den für das DNT unverzichtbaren Stoff neu und stellt sich mit dieser Arbeit erstmals dem Weimarer Publikum vor.
Faust: Marcus Horn
Mephisto / Erdgeist: Anna Windmüller
Margarethe: Rosa Falkenhagen
Wagner: Max Landgrebe
Marthe: Johanna Geißler
Valentin: Thomas Kramer
Student: Janus Torp
Lieschen: Tahera Hashemi
Auerbachskeller: Thomas Kramer / Janus Torp / Max Landgrebe / Johanna Geißler / Tahera Hashemi
Böser Geist: Max Landgrebe / Janus Torp / Tahera Hashemi
Weitere: Ensemble
Regie: Tobias Wellemeyer
Bühne: Harald Thor
Kostüme: Tanja Hofmann
Musik: Marc Eisenschink
Dramaturgie: Carsten Weber
Spielort: Großes Haus
Dauer: 2 Std. 45 Min.
Pause: 1
Premiere: 4. Oktober 2019