Stückbild des Stückes Faust et Hélène & Faust :: Mein Brustkorb : Mein Helm

Faust et Hélène & Faust :: Mein Brustkorb : Mein Helm

Eine faustische Konfrontation von Lili Boulanger x Werner Schwab

Schwabs Faust tobt in seinem einstigen Studierzimmer. Gefangen in seiner Suche nach dem Sinn des Lebens, wütet er in Tat und Sprache. Er misshandelt sogar seinen Famulus Wagner, während Mephisto und Gretchen ein schrecklich-schauriges Liebespaar abgeben. 

Bei Boulanger wird Faust unstillbar von Helena, der schönsten Frau der Antike, in den Bann gezogen. Doch sie warnt ihn: Obsessionen haben viel zu viel Leid in der Geschichte bewirkt. Um nicht unterzugehen, muss er sie ziehen lassen. 

Eine Lyrische Episode und ein Schauspiel treffen aufeinander – in zwei Werken unterschiedlicher Form und Sprache, vereint durch ihre Musikalität. Die jung verstorbene Ausnahmekomponistin Lili Boulanger schrieb die Kantate 1913 unter den Vorzeichen des Ersten Weltkriegs. Werner Schwab gilt als einer der exzentrischsten Dramatiker der 1990er-Jahre und hinterließ wilde wie wahnwitzige Texte. 

Regisseur Valentin Schwarz setzt mit seiner Inszenierung dieser sich kontrastierenden Werke den Auftakt für das jährlich am DNT Weimar stattfindende »Kontrastspiel«.

Sonntag // 24. Mai 2026 // 19.30 Uhr // Großes Haus

Donnerstag // 28. Mai 2026 // 19.30 Uhr // Großes Haus

Sonntag // 14. Juni 2026 // 18.00 Uhr // Großes Haus

Donnerstag // 2. Juli 2026 // 19.30 Uhr // Großes Haus

Wiederaufnahme
Freitag // 9. Oktober 2026 // 19.30 Uhr // Großes Haus

Freitag // 13. November 2026 // 19.30 Uhr // Großes Haus

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FAUST ET HÉLÈNE
Lyrische Episode von Lili Boulanger nach »Faust II« von Johann Wolfgang von Goethe
Dichtung: Eugène Adenis
Transkription für kleines Orchester (2023): Eberhard Kloke

in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Uraufführung: 1913, Paris

FAUST :: MEIN BRUSTKORB : MEIN HELM
Schauspiel von Werner Schwab frei nach »Faust« von Johann Wolfgang von Goethe

Uraufführung: 29. Oktober 1994, Potsdam

Musikalische Leitung & Klavier: Daniel Carter

Hélène: Sayaka Shigeshima
Faust: Sangmin Jeon
Méphistophélès: Ilya Silchuk
Es spielt die Staatskapelle Weimar

Der jüngere Faust / Der alte Faust: Bastian Heidenreich
Mephisto: Henrik Mrochen
Margarethe: Dascha Trautwein
Famulus Wagner: Tim Freudensprung
Marthe Schwerdtlein: Zalina Sanchez

Musikalische Leitung: Daniel Carter
Inszenierung: Valentin Schwarz
Bühne: Andrea Cozzi
Kostüme: Otto Krause
Co-Bühnenbild: Giorgia Moro
Dramaturgie: Hermann Mueller
Licht: Christian Schirmer

Spielort: Großes Haus

Dauer: 1 Std. 55 Min.

Premiere: 15. Mai 2026

ℹ️ Hinweis zu sensiblen Themen, Inhalten und sensorischen Reizen: Die Inszenierung beinhaltet Schilderungen von körperlicher Gewalt und thematisiert Alkohol- und Drogenmissbrauch. Darüber hinaus kommt es zur Darstellung von expliziter körperlicher Gewalt (Nutzung von Theaterblut), Nacktheit und Fäkallien. Während der Aufführung fällt ein Schuss und kommt Stroboskop-Licht sowie laute Musik zum Einsatz.

Es besteht die Möglichkeit, dass Zuschauer:innen in den ersten Reihen im Parkett gefilmt werden. Diese Aufnahmen sind nur innerhalb der Aufführung zu sehen und werden nicht gespeichert

 

Fakt 1
Die Uraufführung von »Faust :: Mein Brustkorb : Mein Helm« fand 1994 am Hans-Otto-Theater in ­Potsdam statt, in der Regie von ­Thomas Thieme.


Fakt 2
Die Faust-Figur wurde im Theater unzählige Male bearbeitet und überschrieben. Das macht »Faust« vielleicht zu dem wichtigsten Stoff des Theaters. Zuletzt legten die beiden Österreicher:innen ­Elfriede Jelinek mit »FaustIn and out« (2014) und Ewald ­Palmetshofer mit »faust hat hunger und verschluckt sich an einer grete« (2014) spannende Faust-Überschreibungen vor.


Fakt 3
Der Mythos um Faust ist nicht nur in der deutschsprachigen Theaterwelt ein Thema. Faust wurde und wird global rezipiert und aufgeführt. Faust-Bearbeitungen und -aufführungen finden sich in der arabischen, hinduistischen, chinesischen, koreanischen, indischen und japanischen Literatur, wie Jochen Volz und Adrian Hsia in ihrer Anthologie »Orient und Okzident – Zur Faustrezeption in nicht-christlichen Kulturen« nachweisen.


Fakt 4
In der Belle Époque – welche das beginnende 20. Jahrhundert markiert – ist es in Europa Mode, den sogenannten Orient und Asien faszinierend zu finden und sich mit nicht-europäischen Kulturen und Religionen zu beschäftigen. Lili Boulanger erhält über Freund:innen die französische Übersetzung des alt-buddhistischen Gebets »für das ganze Universum«, das sie dann vertont. Schon als Kind begegnet sie in ihrem Umfeld einem universell-religiösen Denken, das sie sehr anspricht. 


Fakt 5
Lili Boulanger hatte einen ­großen Sinn für das Mythische und Mystische, sie glaubte an Vorahnungen, Zeichen, an Botschaften und zusätzliche Bedeutungen hinter Wörtern und Zahlen. Die Zahl 13 ist ihre Lieblingszahl, denn genauso viele Buchstaben hat ihr Name. Auch ihr berühmtester Liederzyklus »Clairières dans le ciel« (Himmelsrichtungen) besteht aus dreizehn Liedern.


Fakt 6
Lili Boulanger kann früher Noten als Buchstaben lesen. Bereits mit sechs Jahren singt sie die Lieder des engen Freundes der Familie Gabriel Fauré vom Blatt. 


Fakt 7
Die für die Uraufführung von »Troiluswahn und Cressidatheater« von Werner Schwab vorgesehenen Schauspieler:innen entschieden sich geschlossen dagegen, das Stück – kurz vor der geplanten Produktion am Deutschen Schauspielhaus Hamburg 1992 – zur Uraufführung zu bringen, nachdem sie den Text in der Sommerpause zum Lesen bekommen hatten.


Fakt 8
Bei dem berühmten »Prix de Rome« oder »Rompreis« handelt es sich um einen der wichtigsten Preise für Komposition. Der Preis wurde ab dem ausgehenden 17.Jahrhundert vergeben und 1968 eingestellt. Frauen durften erst ab dem ausgehenden 19. Jahrhundert am Wettbewerb teilnehmen.


Fakt 9
In der Inszenierung »Faust :: Mein Burstkob : Mein Helm« am DNT Weimar sind Titel der legendären Punkband O.T.Z.E. aus Thüringen zu hören.


Fakt 10
Eine komische Version des Helena-Mythos ist die Opéra-bouffe »Die schöne Helena« in drei Akten von Jacques ­Offenbach und den Librettisten Henri ­Meilhac und Ludovic Halévy. Die erfolgreiche Uraufführung fand im Jahr 1864 in Paris statt. In »Die schöne Helena« wird das dumpfe Begehren der gebildeten, bürgerlichen Männer der Pariser Gesellschaft persifliert.