Die Projektoren

Odyssee durch das vergangene Jahrhundert von Clemens Meyer

Ein Kinosaal im serbischen Novi Sad, ein Cowboy, der eigentlich nur so heißt, ein Fragmentarist, zwei skurrile Historiker, der Karl Mays Fantasie entstiegene Hadschi – das sind ein Ort und die unvollständige Personage in Clemens Meyers großem, die Geschichte des 20. Jahrhunderts umspannenden Epos. Viele seiner Figuren verorten sich im kroatischen Velebit-Gebirge, das den Verfilmungen der »Winnetou «-Romane und den Kult gewordenen DDR-›Indianerfilmen‹ als Kulisse diente. Dort tobte in den Neunzigern der Jugoslawienkrieg, der tiefe gesellschaftliche Verwerfungen nach sich zog. Zugleich produzierte dieser Krieg den Abenteuertourismus junger Männer, die dessen tödliche Konsequenzen ausblendeten. Und auch darüber schreibt Meyer in seinem gewaltigen Romanwerk.

Das Aufeinanderprallen von Kunst und Krieg, Imagination und Wirklichkeit, der innere Zusammenhang von äußeren Ereignissen, die scheinbar unverknüpft nebeneinanderstehen, sind Themen, die für das Theater stets aufs Neue relevant sind. Schauspieldirektor und Regisseur Timon Jansen widmet sich der Erzählung Meyers mit Mitgliedern des Schauspielensembles und der Staatskapelle Weimar.

 

TIPP >> Lesen Sie Texte von Clemens Meyer, z. B. seinen Essay über Christa Wolf aus der Reihe »Bücher meines Lebens – Band 3« oder fahren Sie nach Radebeul ins Karl- May-Museum.

 

Premiere
Mittwoch // 21. April 2027 // 19.30 Uhr // Redoute (Weimar Nord)

Schauspiel nach dem gleichnamigen Roman von Clemens Meyer
in einer Theaterfassung von Timon Jansen und Beate Seidel

Inszenierung: Timon Jansen
Bühne: Philip Rubner
Dramaturgie: Beate Seidel
Dirigent: Johannes Bettac

Spielort: Redoute (Weimar Nord)

Premiere: 21. April 2027