Giulio Cilona

Giulio Cilona

Der aufstrebende amerikanisch-belgische Dirigent Giulio Cilona ist Gewinner des 10. Ernst-von-Schuch Dirigentenwettbewerbs 2024 sowie Preisträger der International Opera Conducting Competition 2022 an der Opéra Royal de Wallonie-Liège. Er ist aktuell Kapellmeister an der Deutschen Oper Berlin und Erster Gastdirigent an der Opera National de Lorraine-Nancy.

Erfolgreiche Debüts feierte er kürzlich beim Konzerthaus Orchester Berlin, beim Orchestra Nazionale della RAI, beim Orchestre du Capitole de Toulouse, beim Gürzenich Orchester Köln, beim Bergen Philharmonic, an der Semperoper Dresden (»Die Zauberflöte«, »Le Nozze di Figaro«), beim Rossini Opera Festival, an der Norwegian National Opera in Oslo (»Cosi fan tutte«) und an der Deutschen Oper am Rhein. Im April 2025 sprang er kurzfristig beim Orchestra Nazionale della RAI für den erkrankten Fabio Luisi ein – nur wenige Wochen nachdem er bei diesem Orchester debütiert hatte.

Die Saison 2025/26 bringt Cilonas Debuts an der Danish Royal Opera Kopenhagen mit dem Doppelabend »Cavalleria« Rusticana und »Pagliacci«, an der Opéra de Lyon (»Louise« von Charpentier) und an der Opéra de Lausanne (»Rigoletto«). Darüber hinaus kehrt er an die Semperoper Dresden zurück, wo er als Dirigent vom Cembalo aus »Don Giovanni« und »Die Zauberflöte« leitet, ebenso an die Deutsche Oper Berlin (»Suor Angelica« und »Gianni Schicci«) sowie an die Oper Köln (»Hänsel und Gretel« mit dem Gürzenich Orchester). Sinfonische Debuts feiert er bei der der Staatskapelle Weimar, dem Orchestre Philharmonique de Liège und beim Festival MITO in Turin mit dem Orchestra del Teatro Regio Torino. Ein besonderes Highlight der Saison wird zudem Cilonas Aufführung des 5. Beethoven-Klavierkonzerts auf zeitgenössischen Instrumenten mit dem Orchestre de l’Opera de Rouen-Normandie, wo er selbst den Solopart spielt und vom Klavier aus dirigiert.

Als Kapellmeister an der Deutschen Oper Berlin leitete er zahlreiche Opern, darunter Puccinis »Il Trittico«, »Turandot«, »La Bohème«, »Der Fliegende Holländer«, »Le Nozze di Figaro«, Ponchiellis »La Gioconda«, »Carmen«, »Rigoletto«, »La Traviata«, »Il Viaggio a Reims«, »Il Barbiere di Siviglia« und Die »Zauberflöte«.

Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet ihn mit der Opéra National de Lorraine-Nancy, wo er erfolgreiche Produktionen von »Don Pasquale« und »La Cenerentola« sowie eine gefeierte Aufführung von Mahlers 5. Sinfonie leitete. Sinfoniekonzerte dirigierte er zudem am Teatro Verdi in Triest und beim Orchestre des Pays de la Loire. Im Musiktheater gastierte er an der Opera Royal de Wallonie-Liège (Offenbachs »L’Ile de Tulipatan«), am Staatstheater Mainz (Peter Maxwell Davies’ »Eight Songs for a Mad King« und »Miss Donnitshorne’s Maggot«), beim Buxton International Festival (»La Donna del Lago«) und am Teatro Alighieri di Ravenna (»Il Barbiere di Siviglia«), wo Cilona im Anschluss für den Preis »Entdeckung 2024« des italienischen Kritikers Pierachille Dolfini nominiert war.

Zuvor war Cilona Kapellmeister an der Staatsoper Hannover, wo er über 100 Aufführungen leitete, darunter Lydia Steiers Inszenierung von »Le Nozze di Figaro« (mit Live-Stream auf Operavision), »Les Dialogues des Carmélites«, »Tosca«, Monteverdis »L’Orfeo« sowie mehrere Sinfoniekonzerte.

Sein Studium schloss Giulio Cilona an der Mozarteum Universität Salzburg bei Bruno Weil ab, wo er 2019 mit der Bernhard-Paumgartner-Medaille der Stiftung Mozarteum ausgezeichnet wurde. Während seines Studiums assistierte und repetierte er mehrfach bei den Salzburger Festspielen und übernahm die Leitung diverser Konzerte und mehrerer Musiktheater-Produktionen am Mozarteum, darunter Philippe Boesmans »Reigen« mit dem Österreichischen Ensemble für Neue Musik.

Er studierte darüber hinaus an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und am Koninklijk Conservatorium Brussel, wo er Magna cum Lauda in Klavier, Dirigieren und Komposition abschloss.

Als Komponist brachte Cilona im Alter von 18 Jahren sein Concertino für Klavier mit Orchester zur Uraufführung; weitere seiner Werke kamen zudem u.a. in einem Sinfoniekonzert am Théâtre Royal de Namur unter Beteiligung von über 200 Musiker:innen und Chorsänger:innen zur Aufführung.

Als Klaviersolist spielte er u.a. Gershwins Concerto in F (mit Live-Stream auf EuroClassical Planet), Beethovens 2. Klavierkonzert. Er ist mehrfacher Preisträger und nahm an Klavierwettbewerben wie dem Aarhus International Piano Competition, Concours Andrée Charlier, Prix des Jeunes de Verviers, Concours Rotary Breughel (Brüssel) sowie am Concours Cavatine teil – letzteres im Alter von gerade einmal 11 Jahren, woran sich eine Rezital-Tour durch Marokko anschloss.

Cilona studierte auch Cembalo und Orgel und hat ein starkes Interesse an historischer Aufführungspraxis. Als Continuo-Spieler war er vielfach an Aufführungen von Oratorien und Barockopern beteiligt. Er spielte auf zahlreichen berühmten Instrumenten, darunter die Orgel in der Cathedrâle Saint-Nicolas in Genf, der Franz-Liszt-Orgel in der Kathedrale im französischen Fribourg und die Orgel der Basilica San Lorenzo di Firenze. In jungen Jahren lernte er darüber hinaus Violine und Trompete.

Bildnachweis: Barbara Rigon