Caligula
Oper von Detlev Glanert frei nach Albert Camus
Libretto von Hans-Ulrich Treichel
Ein geliebter Mensch stirbt und die ganze Welt gerät aus den Fugen – genau das widerfährt dem jungen römischen Kaiser Caligula. Der Tod seiner geliebten Schwester Drusilla bringt den jungen Herrscher aus dem Gleichgewicht. Was folgt, ist der Versuch, das Unmögliche möglich zu machen und der Welt eine neue Logik aufzuzwingen, die auf seiner eigenen Wahrheit beruht. Diese lautet: "Die Menschen sterben und sind nicht glücklich". Um immer wieder seine Überzeugung von dieser Absurdität des Lebens zu verdeutlichen und sich selbst dagegen als wahrhaft freien und unabhängigen Menschen zu behaupten, opfert Caligula unzählige Menschenleben in sinnloser Willkür. Nur vier Jahre von 37-41 n. Chr. dauerte seine hoffnungsvoll begonnene Herrschaft, die in Tyrannei mündete und schließlich mit seiner Ermordung endete.
Detlev Glanert schrieb seine 2006 uraufgeführte Oper auf Grundlage des gleichnamigen Dramas Albert Camus. Glanert blickt dabei mithilfe der Musik direkt in das in Unwucht geratene Seelenleben Caligulas. Hierbei funktioniert das Orchester selbst als "musikgewordener Körper" durch den wir in Caligulas Innenwelt blicken und auch die anderen Protagonist*innen durch seine Augen und Ohren wahrnehmen.
Dirk Schmeding hat als Regieassistent am DNT seine Theaterlaufbahn begonnen und kehrt nun als international gefragter Regisseur nach Weimar zurück.
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Caligula: Oleksandr Pushniak
Caesonia: Jelena Kordić / Marlene Gaßner
Helicon: Gerben van der Werf
Cherea: Rafal Pawnuk
Scipio: Joanna Jaworowska
Mucius: Alexander Günther
Mereia: Uwe Schenker-Primus
Lepidus: Daniel Nicholson
Livia: Julia Gromball
1. Dichter: Andreas Koch
2. Dichter: Klaus Wegener
3. Dichter: Nathaniel Kondrat
4. Dichter: Detlef Koball
Opernchor des DNT
Staatskapelle Weimar
Musikalische Leitung: Andreas Wolf
Regie: Dirk Schmeding
Bühne: Martina Segna
Kostüme: Frank Lichtenberg
Video: Andreas Günther (who-be)
Live-Kamera: Yavor Minchev
Dramaturgie: Judith Drühe
Choreinstudierung: Jens Petereit
Spielort: Großes Haus
Dauer: 2 Std. 30 Min.
Pause: 1 Pause
Premiere: 12. Februar 2022