Stückbild des Stückes Der Barbier von Sevilla

Der Barbier von Sevilla

Eine haarige Komödie von Gioachino Rossini

Wer in Sevilla Hilfe braucht, geht zum Friseur – Figaro findet für jedes Problem eine Lösung. Diesmal jedoch hat er eine besonders harte Nuss zu knacken: Die eingesperrte Rosina will aus dem Haus ihres strengen Vormunds Bartolo befreit werden. Deshalb wird ihr (mehr oder weniger überzeugend) kostümierter Geliebter Graf Almaviva bei Bartolo eingeschleust und die Komödie nimmt ihren Lauf …

Mit diesem italienischen Meisterwerk schuf Rossini einen der Evergreens der komischen Oper. In der Tradition der Commedia dell’Arte treffen die Charaktere in explosiven Situationen aufeinander, in denen sich alle ihre Pläne in Luft auflösen. Regisseurin Ilaria Lanzino bringt das Verwirrspiel wild und zeitgemäß auf die Bühne – unter Rückgriff auf so manche Filmklassiker, die ähnlich wie die Opera buffa vom fröhlichen Variieren der eigenen Klischees leben.

Premiere
Samstag // 24. Januar 2026 // 19.30 Uhr // Großes Haus

Freitag // 30. Januar 2026 // 19.30 Uhr // Großes Haus

Sonntag // 8. Februar 2026 // 16.00 Uhr // Großes Haus

Freitag // 20. Februar 2026 // 19.30 Uhr // Großes Haus

Freitag // 27. Februar 2026 // 19.30 Uhr // Großes Haus

Samstag // 14. März 2026 // 19.30 Uhr // Großes Haus

Samstag // 11. April 2026 // 19.30 Uhr // Großes Haus

Freitag // 17. April 2026 // 19.30 Uhr // Großes Haus

Samstag // 2. Mai 2026 // 19.30 Uhr // Großes Haus

Sonntag // 17. Mai 2026 // 18.00 Uhr // Großes Haus

Donnerstag // 4. Juni 2026 // 19.30 Uhr // Großes Haus

Freitag // 19. Juni 2026 // 19.30 Uhr // Großes Haus

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Opera buffa in zwei Akten von Gioachino Rossini
Libretto: Cesare Sterbini nach
»Le barbier de Séville«
von Beaumarchais

Uraufführung: 20. Februar 1816, Rom
Zuletzt am DNT: Spielzeit 2003/04

in italienischer Sprache mit deutschen Untertiteln

Graf Almaviva: Juan de Dios Mateos
Bartolo: Uwe Schenker-Primus
Rosina: Ekaterina Aleksandrova
Figaro: Ilya Silchuk
Basilio: Günes Gürle
Berta: Heike Porstein
Fiorello: Alexander Günther
Ambrogio: Andreas Koch
Ein Offizier: Vahè Hakhverdian
Herren des Opernchors des DNT
Statisterie des DNT Weimar
Es spielt die Staatskapelle Weimar

Musikalische Leitung: Marco Alibrando
Vorstellungsdirigate: Johannes Bettac
Inszenierung: Ilaria Lanzino
Bühne und Kostüme: Dorota Karolczak
Chorleitung: Jens Petereit
Dramaturgie: Sören Sarbeck
Video: who-be

Spielort: Großes Haus

Dauer: 3 Std. 0 Min.

Pause: ja

Premiere: 24. Januar 2026

Einführung: 30 Minuten vor Beginn der Vorstellung im Foyer

ℹ️ Informationen zu sensiblen Themen, Inhalten und sensorischen Reizen in der Inszenierung finden Sie hier.

1 »Der Barbier von Sevilla« gehört in das Genre der Opera buffa, der italienischen komischen Oper, die im 18. und im beginnenden 19.Jahrhundert eine der beliebtesten Unterhaltungskünste darstellte.


2 Vorlage für den »Barbier« war die Komödie »Der Barbier von Sevilla oder Die unnütze Vorsicht« aus der Figaro-Trilogie von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais. Das Theaterstück war so erfolgreich, dass es bereits vor Rossini mehrfach vertont worden war, am prominentesten 1782 durch Giovanni Paisiello. »Der Barbier von Sevilla« erzählt damit auch die Vorgeschichte zu Wolfgang Amadeus Mozarts »Die Hochzeit des Figaro«, die auf dem zweiten Teil von Beaumarchais’ Trilogie basiert.


3 Die Figuren der Oper beruhen auf den Rollentypen der Commedia dell’arte. Der Graf und Rosina entsprechen den ›Innamorati‹ (Verliebten). Bartolo ist ein typischer ›Pantalone‹ (ein lächerlicher Alter), Basilio ist der intrigante ›Dottore‹ und Figaro gehört als ›Arlecchino‹ zu den ›Zanni‹, den Dienern, die die Intrigenhandlung vorantreiben.


4 Das Stück trug bei der Uraufführung noch den Titel »Almaviva« – wohl weil Manuel García, der bei der Uraufführung den Grafen sang, der größte Star im Ensemble war und daher das Anrecht auf die Titelpartie hatte. Bereits ab der ersten Neuproduktion verwendete man aber wieder den originalen Titel. García wurde später Vater der noch wesentlich berühmteren Sängerin Maria Malibran und der Sängerin und Komponistin Pauline Viardot.


5 Die Ouvertüre zum »Barbier von Sevilla« hatte Rossini zuvor bereits für die Opern »Aureliano in Palmira« und »Elisabetta, regina d’Inghilterra« verwendet.


6 Als Barbier schneidet Figaro im 18. Jahrhundert selbstverständlich nicht nur Bärte und Haare, sondern knüpft darüber hinaus auch Perücken und übernimmt medizinische Eingriffe – bis hin zum Ziehen von Zähnen. Erst mit der Entwicklung der modernen Medizin beschränkten die Barbiere ihr Aufgabenfeld auf das Haupthaar der Kunden.


7 »Der Barbier von Sevilla« ist eines der ersten Repertoire-Stücke der Operngeschichte. Während die meisten Opern Rossinis und seiner Zeitgenossen mit dem sich wandelnden Publikumsgeschmack von der Bühne verschwanden und erst seit der Nachkriegszeit gelegentlich wieder ›ausgegraben‹ werden, lässt sich für den »Barbier« eine durchgehende Aufführungsgeschichte nachweisen.


8 Figaro bezeichnet sich in seiner berühmten Arie »Largo al factotum« als das ›Faktotum der Stadt‹. Der Begriff ist vom lateinischen ›fac totum‹ entlehnt, das ›mache alles‹ bedeutet und eine Person bezeichnet, die alle möglichen in einem Haushalt oder einer Organisation anfallenden Aufgaben übernimmt. Auf Deutsch würde man von einem ›Mädchen für alles‹ sprechen.


9 Sevilla ist ein beliebter Schauplatz für Opern. Neben dem »Barbier« spielen hier auch »Don Giovanni«, »Le nozze di Figaro« und »Carmen«. Beethovens »Fidelio« ist in einem Gefängnis außerhalb der Stadt angesiedelt, Verdis »La forza del destino« beginnt in Sevilla.


10 Mary Shelleys Roman »Frankenstein« erschien 1818 und damit zwei Jahre nach der Uraufführung des »Barbier von Sevilla«. Die Inspiration zu dem Werk hatte sie bereits im Sommer 1816 in der Schweiz.