Der Diener zweier Herren
Komödie von Carlo Goldoni
Der Kaufmann Pantalone sähe es zu gerne, dass Tochter Clarice den reichen Federigo Rasponi heiratet. Als er jedoch von Rasponis Tod erfährt, verlobt er Clarice kurzerhand mit Silvio, dem Sohn des Dottore. Für Clarice und Silvio, die einander aufrichtig lieben, eine glückliche Fügung. Da taucht der totgeglaubte Rasponi auf und will seine Ansprüche geltend machen. Mit ihm platzt auch sein Diener Truffaldino in die Geschichte. Der wiederum hat sich, da er seine Kasse aufbessern und was zwischen die Zähne bekommen will, auch dem kürzlich angereisten Florindo anempfohlen und wird so zum namhaften Diener zweier Herren. Um nicht aufzufliegen, setzt Truffaldino nun alles daran, dass seine Geldgeber nicht aufeinandertreffen. Das Chaos ist vorprogrammiert. Was der umtriebige Diener und zunächst auch sonst niemand ahnt, ist, dass sich im Gewand Rasponis dessen Schwester Beatrice verbirgt, die wiederum die Geliebte von Florindo ist. Das Durcheinander, das Truffaldino erzeugt, dürfte also eine weitere, verblüffende Wendung nehmen.
1746 uraufgeführt, später übrigens auch von Goethe hier in Weimar inszeniert, gilt Carlo Goldonis berühmtestes Bühnenstück mit seinem Figurentableau als Paradebeispiel und Höhepunkt der Commedia dell´arte: dreiste Diener und kluge Zofen, geizige Patriarchen und geschwätzige Dottores. Und inmitten des Trubels die Verliebten, die durch das Treiben der anderen erst einmal ins Unglück stürzen, bevor ihnen das ersehnte Glück widerfährt. Hinter den Kapriolen, die Goldonis Bedienstete schlagen, verbirgt sich jedoch mehr als nur eine Laune. Zielscheibe sind die üblen Machenschaften korrupter Adliger und geiziger Dienstherren, die ihre Angestellten geradezu zwingen, sich trickreich gegen sie aufzulehnen. Goldoni verleiht dem bis dato als verachtens- und verspottenswert gezeigten dienstbaren Volk so Würde und menschliches Antlitz. Darin liegt die große Kraft seiner Komödien, die bis heute nichts an Raffinesse, Witz und Charme eingebüßt haben.
Swaantje Lena Kleff, seit der Spielzeit 2021/2022 Hausregisseurin am DNT und dem Publikum zuletzt durch »A Christmas Carol«, »Paarlaufen II« und »Der Sturm« verbunden, wird Goldonis rasante Komödie auf unsere Sommertheaterbühne am e-werk weimar bringen. Lachen unbedingt erwünscht!
Wir empfehlen warme und wetterfeste Kleidung. Decken und Sitzkissen können gerne mitgebracht werden. Wir bitten darum keine Regenschirme während der Veranstaltung zu nutzen.
Witterungsbedingt kann der Vorstellungsbeginn bis 30 min verschoben oder die Vorstellung unterbrochen werden. Tritt schlechtes Wetter während der Vorstellung ein, sind wir im Interesse unseres Publikums bestrebt, die Open-Air-Vorstellung weiter durchzuführen.
Die konkreten Regelungen für witterungsbedingte Unterbrechungen bzw. Ausfälle finden Sie in unseren AGB.

Beatrice Rasponi, reist als Federigo Rasponi: Isabel Tetzner
Florindo Aretusi, ihr Amant: Martin Esser
Truffaldino, Diener der Beatrice und des Florindo: Janus Torp
Pantalone de‘ Bisognosi: Nahuel Häfliger
Clarice de‘ Bisognosi, seine Tochter: Annelie Korn
Dottoressa Lombardi, Silvios Mutter: Johanna Geißler
Silvio Lombardi, ihr Sohn: Calvin-Noel Auer
Brighella, ein Wirt: Bastian Heidenreich
Smeraldina, eine Zofe: Nora Quest
Der Bademeister: Fabian Hagen
Live-Musik: Ludwig Peter Müller
Regie: Swaantje Lena Kleff
Bühne: Philip Rubner
Kostüme: Friederike Lettow
Live-Musik: Ludwig Peter Müller
Dramaturgie: Eva Bormann
Spielort: am e-werk weimar (Open-Air)
Premiere: 16. Juni 2023