© Candy Welz
Der Mordfall Halit Yozgat
Eine musikalische Gegenrecherche von Ben Frost und Petter Ekman
Am 6. April 2006 wurde Halit Yozgat in einem Internetcafé in Kassel von Unbekannten erschossen. Erst fünf Jahre später wird der Mord von den Behörden als rechtsextremistisch eingestuft und dem sogenannten »Nationalsozialistischen Untergrund« zugeordnet. Doch zu viele Fragen bleiben offen – so war ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes zur Tatzeit vor Ort, will den Mord aber nicht bemerkt haben.
Enttäuscht von der juristischen Aufarbeitung beauftragten Halit Yozgats Eltern das Forscher:innenteam »Forensic Architecture«, den Tathergang nachzustellen. Dessen Recherche bildet die Grundlage für Ben Frosts Oper: Immer wieder werden uns verschiedene Versionen der Tat gezeigt. Was bedeutet es für uns als Gesellschaft, dass eine rechtsextreme Mordserie und ihre Hintergründe bis heute nicht vollständig geklärt sind?
Joanna Lewicka nimmt sich dieser Leerstelle mit ihrer klaren und bildstarken Regiesprache an, für die sie 2024 mit dem renommierten Theaterpreis DER FAUST in der Kategorie Schauspiel ausgezeichnet wurde.
Im Anschluss an die Aufführung laden wir Sie an folgenden Terminen zum Austausch in die Redoute-Bar ein:
15. April: Einführung vor der Vorstellung sowie Nachgespräch mit Katharina König-Preuss, Mitglied des Thüringer Landtags
3. Mai: Nachgespräch mit Produktionsbeteiligten
19. Mai: Nachgespräch mit »Mobile Beratung in Thüringen. Für Demokratie – gegen Rechtsextremismus«
Oper von Ben Frost und Petter Ekman
nach der Gegenrecherche 77sqm_9:26min von Forensic Architecture
Libretto: Daniela Danz
Uraufführung: 1. Mai 2022, Hannover
in deutscher Sprache
Joel Andreasson
Calvin-Noel Auer
Andreas Koch
Heike Porstein
Johannes Preißinger
Hagar Sharvit
Sayaka Shigeshima
Es spielt die Staatskapelle Weimar
Musikalische Leitung: Marco Alibrando
Inszenierung: Joanna Lewicka
Bühne und Kostüme: Norbert Bellen
Video: Aleksander Janas
Dramaturgie: Sören Sarbeck
Spielort: Redoute (Weimar Nord)
Dauer: 2 Std. 20 Min.
Premiere: 12. März 2026
Einführung: 30 Minuten vor Beginn der Vorstellung in der Redoute-Bar
ℹ️ Hinweis zu sensiblen Themen: Die Inszenierung thematisiert einen realen rechtsradikalen und rassistischen Mord. Dieser wird mehrfach beschrieben und abstrahiert dargestellt. Dabei wird wiederholt ein lautes Schussgeräusch eingespielt. Über einen längeren Zeitraum erklingen zudem Kriegsgeräusche aus einem Computerspiel.
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