© Sandra Then
La Bohème
Liebesoper zwischen Kunst und Kälte von Giacomo Puccini
Im weihnachtlichen Paris ist es kalt und die vier Künstler Rodolfo, Marcello, Schaunard und Colline sind chronisch pleite. Gemeinsam schlagen sie sich durch und feiern, wann immer es irgendwie möglich ist. Als Rodolfos Nachbarin Mimì bei ihm anklopft, verlieben sie sich ineinander. Die Liebe der beiden, die zunächst als wärmende Zuflucht erscheint, wird schnell von Mimìs Tuberkuloseerkrankung und der allgegenwärtigen Armut eingeholt. Geldmangel wird auch für Marcello und seine Freundin Musetta zur Zerreißprobe. Nach Trennungen, Eifersüchteleien und Missverständnissen bleibt ein Freundeskreis zurück, der die todkranke Mimì nicht vor dem Sterben bewahren kann.
Puccinis »La Bohème« gehört zu den populärsten und bewegendsten Opern des Repertoires. Operndirektor Dorian Dreher und der Erste Kapellmeister Marco Alibrando erkunden in ihrer Interpretation des Weltklassikers die Figuren und ihre Träume. Freuen Sie sich auf eine ergreifende und zugängliche Version der tragischen Liebesoper.
Premiere
Samstag // 31. Oktober 2026 // 19.30 - 22.00 Uhr // Großes Haus
Donnerstag // 5. November 2026 // 19.30 - 22.00 Uhr // Großes Haus
Sonntag // 22. November 2026 // 16.00 - 18.30 Uhr // Großes Haus
Freitag // 18. Dezember 2026 // 19.30 - 22.00 Uhr // Großes Haus
Dienstag // 29. Dezember 2026 // 19.30 - 22.00 Uhr // Großes Haus
Freitag // 8. Januar 2027 // 19.30 - 22.00 Uhr // Großes Haus
Sonntag // 17. Januar 2027 // 16.00 - 18.30 Uhr // Großes Haus
Freitag // 26. Februar 2027 // 19.30 - 22.00 Uhr // Großes Haus
Montag // 29. März 2027 // 18.00 - 20.30 Uhr // Großes Haus
Freitag // 9. April 2027 // 19.30 - 22.00 Uhr // Großes Haus
Sonntag // 23. Mai 2027 // 16.00 - 18.30 Uhr // Großes Haus
Oper in vier Bildern von Giacomo Puccini
Libretto: Luigi Illica und Giuseppe Giacosa, nach dem Roman »Scènes de la vie de bohème« von Henri Murger
Uraufführung: 1. Februar 1896, Turin
Zuletzt am DNT: Spielzeit 2014/15
in italienischer Sprache mit deutschen Untertiteln
Musikalische Leitung: Marco Alibrando
Rodolfo: Sangmin Jeon
Schaunard: Joel Andreasson
Marcello: Ilya Silchuk
Colline: Jacob Harrison
Benoît: Andreas Koch / Günes Gürle
Mimì: Maria Zherebiateva
Musetta: Hannah-Theres Weigl
Alcindoro: Alexander Günther
Parpignol: Xiaoyu Wei
Sergeant bei der Zollwache: Nathaniel Kondrat
Zöllner: Taehwan Kim
Statisterie des DNT Weimar
Opernchor des DNT
Kinderchor der schola cantorum weimar
Staatskapelle Weimar
Musikalische Leitung: Marco Alibrando
Inszenierung: Dorian Dreher
Bühne und Kostüme: Mara Lena Schönborn
Dramaturgie: Charlotte Hennen
Licht: Andreas Heptner
Chorleitung: Jens Petereit
Einstudierung schola cantorum weimar: Cordula Fischer
Spielort: Großes Haus
Dauer: 2 Std. 30 Min.
Premiere: 31. Oktober 2026
Fakt 1
Die befreundeten Komponisten Giacomo Puccini und Ruggero Leoncavallo arbeiteten nahezu gleichzeitig an Opern nach Henri Murgers Roman »Scènes de la vie de bohème«. Leoncavallo bot Puccini zunächst eine gemeinsame Arbeit an, doch Puccini lehnte ab. Die daraus resultierende Konkurrenz ließ die Freundschaft der beiden Komponisten zerbrechen. Leoncavallos »La Bohème« wurde 1897 in Venedig uraufgeführt und blieb weitgehend unbeachtet.
Fakt 2
Arturo Toscanini dirigierte am 1. Februar 1896 am Teatro Regio in Turin die Uraufführung von Puccinis »La Bohème« mit gerade einmal 28 Jahren. Genau 50 Jahre später entstand seine Einspielung des Werkes mit Jan Peerce als Rodolfo und Licia Albanese als Mimì. Die Aufnahme von 1946 ist sehr populär und hat die Aufführungstradition entscheidend geprägt.
Fakt 3
Das Libretto zu »La Bohème« stammt von Luigi Illica und Giuseppe Giacosa: Während Illica vor allem Handlung und Szenenstruktur entwickelte, war Giacosa für die literarische Gestaltung der Verse zuständig. Die Zusammenarbeit mit Puccini war legendär schwierig, da der Komponist immer wieder umfangreiche Änderungen verlangte und die Arbeit mehrfach abbrechen wollte, was der Verleger Giulio Ricordi und auch Giacosa zu verhindern wussten.
Fakt 4
Das Musical »RENT« von Jonathan Larson aus dem Jahr 1996 basiert auf der Handlung der Oper »La Bohème«, verlegt das Drama jedoch ins New York der 1990er-Jahre. Infolgedessen wird unter anderem nicht die Tuberkulose-, sondern die AIDS/HIV-Epidemie zum zentralen Thema.
Fakt 5
Die Kreativität im Paris der 1840er-Jahre sprudelte nicht nur in der von Henri Murger porträtierten Bohème: 1839 wurde hier die Fotografie öffentlich vorgestellt. Louis Daguerre präsentierte an der Académie des Sciences sein Daguerreotypieverfahren, das erstmals dauerhafte fotografische Bilder ermöglichte. Paris wurde damit zu einem frühen Zentrum der neuen Bildtechnik und bald selbst zu einem ihrer wichtigsten Motive.
Fakt 6
Das Café Momus aus dem Zweiten Bild der Oper existierte tatsächlich in Paris – Henri Murger und seine Freunde kannten es und verkehrten dort regelmäßig. Allerdings war das Café bereits 1856 geschlossen worden. Im Libretto wird bewusst auf das Café verwiesen, da es als Stammkneipe Murgers bekannt war.
Fakt 7
Puccini legte in seiner Partitur genau fest, an welcher Stelle des letzten Bildes Mimì sterben sollte. Kurz vor der musikalischen Ziffer 29 im Vierten Bild zeichnete er einen Totenkopf neben die Noten.
Fakt 8
Die Rezeptionsdynamik des Opernklassikers reicht bis in die Pop-Kultur: In der Folge »The Homer of Seville« der Zeichentrickserie »The Simpsons« (Staffel 19, 2007) wird Homer Simpson zum Opernstar und singt den Rodolfo in Puccinis »La Bohème«.
Fakt 9
Die Tuberkulose (auch »Schwindsucht« genannt) war lange Zeit omnipräsent im Alltag und fand deshalb auch auf der Bühne, in der Literatur und in den Bildenden Künsten statt, wobei die kulturgeschichtliche Ausdeutung der Erkrankung sich immer wieder änderte. So begegnen wir ihr etwa in den Opern »La Bohème« und »La traviata«. Auch in den Literaturklassikern »Der Zauberberg«, »Effi Briest«, »Anna Karenina«, »Jane Eyre« sowie in den Bildern »Das kranke Kind« von Edvard Munch oder »La miseria« von Cristóbal Rojas wird die Schwindsucht zum Thema.
Fakt 10
Henri Murger war selbst Teil der Pariser Bohème und legte sich ein entsprechendes Attitüden-Repertoire an: So änderte er die Schreibweise seines Namens in Henry Mürger, um für das Pariser Publikum interessanter zu erscheinen. Zudem war er Mitglied in einer Gruppe Künstler, die sich selbst »Les Buveurs d’eau« (›Die Wassertrinker‹) nannten, da sie kein Geld für Wein oder Kaffee hatten. Zeitlebens blieb Murger dafür bekannt, nicht mit Geld umgehen zu können.
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